Ohayo Kyoto!

Nach vier intensiven Tagen in Tokyo war für mich die Zeit gekommen weiter zu ziehen. Next stop: Kyoto. Als eine angenehme und preiswerte Möglichkeit die knapp 470 km hinter mich zu bringen schien mir der Nachtbus. Zuvor wollte ich aber noch einmal mit meinem ersten Reiseabschnittspartner Mike in Tokyo gediegen Abendessen. Wir fuhren nach Shinjuku, wo der Bus starten sollte und machten uns auf sie Suche nach einem gediegenen, japanischen Restaurant um unseren Abschied zu feiern. Volltreffer!

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Gegrillte Chicken-Yakitori
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Gegrillte Shitake-Pilze
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Lachs-Sashimi

„Guten Morgen Kyoto“, sagte ich zu mir als der Bus um 7:30 Uhr bei völliger Dunkelheit vor Kyotos Bahnhof anhielt und der Regen einsetzte. Ein Frühstücksset in einem italienischen Cafe und eine Stunde Free Wifi später lieferte ich meinen Rucksack im Hostel ab und verabredete mich mit meiner Schwester Marlene und ihrem Freund Mike zum Mittagessen.

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Marlene beschloss Anfang 2014 ein Semester ihres Kunststudiums in Japan zu absolvieren und zog schließlich Mitte September nach Kyoto. Ihr Freund Mike nützte diese Gelegenheit und kam kurz nach Weihnachten um zwei Monate in Japan zu verbringen.
Meine Ankunft fiel auf Marlenes Semesterende an der Kyoto University of Arts and Design und so fand ich mich an meinem zweiten Abend in Kyoto auf der Abschlussfeier ihrer Fotoklasse wieder.

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Marlene vor einem Teil ihrer Fotoarbeiten.
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Marlenes Studienkollege Dennis aus der Schweiz wurde über das Campusleben interviewt.
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Eine Studentin die ihre Arbeiten mit Professoren diskutierte.

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Die Abschlussfeier wurde ziemlich kurzfristig einberufen; umso einfallsreicher entwickelte sie sich. Vor allem die japanischen Kolleginnen und Kollegen trumpften mit selbstgemachten, lokalen Snacks auf.

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Hier wurde in einer eckigen Pfanne japanisches Omlett gezaubert.
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Eckig deswegen, damit es später in dünne Streifen geschnitten und zu Maki oder Onigiri gerollt werden kann.
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Marie-Yae aus Frankreich, eine lebendige Jukebox.

Daneben wurde der japanische Straßensnack Takoyaki (Tintenfischbällchen) angerichtet.

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Links die fertigen Takoyakis, rechts die heiße Form.
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Ein flüssiger Teig aus Wasser und Stärkemehl wird in die Form gegossen in den später diverse Zutaten wie zB. Jungzwiebel beigemischt werden. Wichtigster Bestandteil sind aber die Tintenfischstücke – eines in jedem Bällchen.
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Mit ziemlich viel Fingerspitzen- bzw. Stäbchengefühl werden die Teiglinge zu Bällchen gedreht und von allen Seiten gleichmäßig angebraten.
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Was zunächst unmöglich klingt hatten nach kurzer Zeit auch die Foreigner drauf.

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Zuletzt werden die Bällchen mit Mayonnaise und getrocknetem Seetang und Fischhaut garniert, was ziemlich witzig und im ersten Moment nicht unbedingt appetitlich aussieht.

Da Marlene und Marie-Yae bald darauf aus ihrer Wohngemeinschaft ausziehen würden, entschieden sie spontan alle anwesenden Studienkollegen zur geplanten Abschiedsfeier zu sich nachhause einzuladen. Nun ist das aber mit den verwinkelten Gässchen und den oft nicht ganz eindeutigen Adressangaben in Japan so eine Sache. Was da noch am ehesten half war ein gezeichneter Anfahrtsplan.

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Zwei Tage später ließen sich tatsächlich einige der sonst eher scheuen japanischen Kollegen bei Marlenes und Marie-Yaes Abschiedsfeier blicken. Der Anfahtsplan schien also seinen Zweck erfüllt zu haben. Das Haus in dem Marlene insgesamt knapp sechs Monate lebte war zuvor als Altersheim errichtet worden, wurde aber mangels Bedarfs zum Studentenwohnheim für internationale Studenten umgewidmet. Einen Abend wie diesen dürften die dünnen Wände noch nicht gesehen haben.

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Kiki aus China, Marine aus Israel, Marlene aus Österreich und Marie-Yae aus Frankreich.
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Als Abschiedsgeste fertigten Studienkollegen aus Japan und Korea Illustrationen der europäischen Kollegen an und überreichten sie an diesem Abend.

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Marlene gezeichnet von Studienkollegen.
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Auf der Rückseite ihr Name in japanischen Schriftzeichen, die so viel wie „sehr schöner Klang“ bedeuten.

Für mich war die Party um 3:00 Uhr zu Ende und ich machte mich auf den 5km langen Fußweg zum Hostel. „Kyoto – the walking city“ stand auf dem Stadtplan geschrieben und ich hielt mich daran.

Da Marlene und Mike vor unserem gemeinsamen Ausflug nach Hongkong noch einen Abstecher nach Tokyo machen wollten trafen wir uns am darauffolgenden Abend zum Abschiedsessen in einem koreanischen Restaurant.

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Ein eher unscheinbares, kleines aber sehr gemütliches Ecklokal, wie es sehr viele in Japan gibt.
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Auch typisch, man sitzt hier an der Theke.
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Rindfleisch in einer scharfen, mit Tintenfisch gewürzten Suppe.

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Eine dicke Suppe aus Sojabohnen, die gemeinsam mit Reis und dem eingelegten Gemüse in Salatblätter und japanischen Basilikum gerollt wurde.
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Der koreanische Chef.
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Letztes gemeinsames Bild der österreichischen Crew in Kyoto.

See you in Hongkong!

2 Gedanken zu “Ohayo Kyoto!

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