Wer reist muss damit rechnen mit dem Anderen und Ungewohnten konfrontiert zu werden. Das gilt – denke ich – für Reisende aller Kulturkreise. Für manchen mag es gar einer der Hauptgründe sein die ihm vertraute Umgebung zu verlassen.
Das gefühlte Ausmaß und der Grad dessen was als ungewohnt und anders wahrgenommen wird ist individuell abhängig von Herkunft, Erfahrung und Reiseziel. Für mich als Europäer bietet die von Verlangen und Vorstellung geprägte, japanische Produkt- und Kommunikationswelt ein enormes Potential an Überraschungsmomenten der Kategorie „Ja-bist-du-deppert“. Hier ein kleiner Auszug.
Dieses Gerät ist der Albtraum jedes HNO-Arztes: ein 20cm langer Earpick; einerseits ein kleines Schaufelchen, andererseits ein flauschiger Federbommel. Damit ließe sich nicht nur ein Trommelfell sonder auch ein ganzer Schädel durchbohren. Benutzung auf eigene Gefahr.
Die Earpicks sind auch für Kinder im Cartoon- und Anime-Design erhältlich, Größe ist allerdings exakt dieselbe.
Wenn die Kunst der Fotografie nicht mehr ausreicht um den potentiellen Restaurantgast von der Vorzüglichkeit der Küche zu überzeugen. So stell ich mir die Geburtsstunde der Foodart aus Kunststoff vor. Irgendwo im Land müssen sich wahre Kunststoff-Foodart-Meisterklassen entwickelt haben. Mir blieben sie leider verborgen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dieses Phänomen wäre eine eigene Bilderserie wert gewesen, vielleicht wäre mir aber auch einfach nur der Appetit vergangen.
Nichts ist für die Ewigkeit. Wenn ein Zusammenhang zwischen Gschmackigkeit der Foodart und der Häufigkeit der Bestellung besteht, das Omlette dürfte mit der Zeit zum Ladenhüter geworden sein.
Osakas Polizei wirbt mit Robocop und Transformers für mehr Sicherheit auf innerstädtischen Autobahnen. Romantische Phantasie oder einzige Möglichkeit Japans urbane Bürger zu erreichen?
Die zur Ikone gewordenen Köpfe der Osterinsel-Monumente sind ohne Zweifel eine herausragende menschliche Kulturleistung. Sie als traurige Rotznasengesichter zu interpretieren und als Taschentuchspender zu verwenden steht dem um nur wenig nach.
Apropos Ikonen der Kunst-/Kulturgeschichte: so denkt Japan darüber und stellt sich den Schrei als Lampe aufs Nachtkästchen.
„Wie knacking mein Hintern wohl in dieser Hose aussehen mag?“ Diese Frage kann beantwortet werden. Überzeugende Verkaufsargumente der anderen, japanischen Art.
Wer beim Workout zu wenig schwitzt streift den Sauna Suit über. Ob Nichtsportler damit durch passive Anwendung abnehmen können wäre eine spannende Aufgabenstellung.
Natürlich ist der Sauna Sweat Suit auch für sie erhältlich. Von der etwas chauvinistischen Verpackungsgestaltung sollte man sich nicht abschrecken lassen.
Cheek Slim Belt. Wir begeben uns hiermit noch tiefer in die Welt der Body-Modification -Produkte. „Wangenknochenverschmälerung“ lautet das Produktversprechen. Aber Achtung: bei zu häufiger Anwendungen könnte das Produkt einen negativen Effekt auf die Spannweite ihrer Ohren haben.
In eine ähnliche Kerbe schlägt dieses Produkt: Wangenmuskeln stärken um dadurch die Gesichtsform nachhaltig zu beeinflussen.
Einatmen, Ausatmen und dabei die Gummimembran zum Ploppen bringen. Freie Assoziationen sind an dieser Stelle wohl durchaus erwünscht.
Dass manche Asiaten Komplexe aufgrund ihrer im Vergleich zu Westlern schmaleren Augen haben dürfte bekannt sein. Dass findige Kunststoffspritzgussproduzenten, Marketinggurus und Produktdesigner dieses Phänomen als Marktlücke identifizierten und den Augenlidspreizer erfanden war mir zumindest neu.
Höhere Augenlider, rundere Augen. Diese verstellbaren Bügel sind ein Konkurrenzprodukt zum vorigen Spreizmechanismus. Die Nachfrage nach diesen Geräten dürfte groß sein.
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Amüsant zum Lesen. Habe überlegt, was Japaner bei uns witzig fänden. Bin noch auf nichts gekommen.
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